Vom Veränderungsdruck zum gestaltbaren Zukunftsweg

Die Ausgangslage für Transformation im Unternehmen

3,2,1 Transformation habe ich inzwischen in drei unterschiedlichen Veranstaltungsformaten eingesetzt: beim Nachhaltigkeitsfestival der CBS in Solingen, beim Fachtag „Zukunftskompetenz – Berufliche Bildung in der Transformation“ der Neuen Effizienz und beim BLOOM Zukunftsforum für nachhaltige Transformation in Mönchengladbach.

Die Kontexte waren durchaus unterschiedlich. Beim Nachhaltigkeitsfestival der CBS kamen über 120 Teilnehmende zusammen, um unter dem Motto „Nachhaltigkeit – Business Chance oder Hindernis?“ neue Perspektiven auf nachhaltiges Wirtschaften zu diskutieren. Der Fachtag Zukunftskompetenz stellte dagegen die Frage in den Mittelpunkt, welche Kompetenzen Unternehmen und Menschen für die Transformation brauchen und wie diese entwickelt werden können. BLOOM wiederum bringt Wirtschaft, Wissenschaft, Start-ups, Politik und Gesellschaft zusammen, um nachhaltige Transformation und ökologische Innovation gemeinsam weiterzudenken.

Mit dabei waren unter anderem Geschäftsführer, Nachhaltigkeitsmanager und weitere Konferenzteilnehmende. Unterschiedliche Rollen, unterschiedliche Perspektiven aber im Kern immer dieselbe Frage: Wie wird Transformation eigentlich konkret und gestaltbar?

Unser Verständnis von Nachhaltigkeitstransformation haben wir übrigens ausführlicher in unserem Whitepaper beschrieben.

Denn häufig ist ziemlich klar, dass sich etwas verändern muss. Viel schwieriger sind die Fragen: Warum genau? Wohin eigentlich? Und womit kann diese Veränderung gelingen?

Der Impuls

Genau daraus ist 3,2,1 Transformation entstanden. Der Impuls reduziert die große und oft abstrakte Aufgabe „Transformation“ auf drei Fragen:

3 – WARUM?
Warum müssen wir uns überhaupt verändern? Wo stößt das heutige Geschäftsmodell an Grenzen? Welche Entwicklungen machen Veränderung notwendig und wo entstehen daraus vielleicht sogar neue Chancen?

Zuerst geht es darum, wirklich zu verstehen, warum Transformation überhaupt notwendig ist und was passiert, wenn wir einfach weitermachen wie bisher.

2 – WOHIN?
Zu wissen, warum wir uns verändern müssen, reicht noch nicht. Transformation braucht auch eine Vorstellung davon, wohin wir eigentlich wollen.

Denn zu wissen, was nicht mehr funktioniert, ist noch keine Richtung.

Im Workshop geht es deshalb bewusst darum, mehrere konkrete Möglichkeiten für eine attraktive Entwicklung der jeweiligen Branche zu entwerfen. Mich interessiert dabei aber gar nicht die Frage, welche dieser Zukünfte tatsächlich eintreten wird. Der entscheidende Punkt ist: Sobald wir anfangen, Zukunft nicht einfach als Fortsetzung der Vergangenheit zu denken, entstehen plötzlich Möglichkeiten, die aus der Gegenwart heraus noch gar nicht selbstverständlich erscheinen.

Genau das übertragen wir anschließend auf Unternehmen und Branchen: Welche attraktive Entwicklung wäre möglich, wenn wir uns einmal vom heutigen Geschäftsmodell lösen? Was könnte in zehn Jahren ganz anders aussehen? Und welche Zukunft wäre es wert, gestaltet zu werden?

Im Workshop entwickeln die Teilnehmenden dafür mindestens drei konkrete Möglichkeiten für eine attraktive Entwicklung ihrer ausgewählten Branche.

1 – WOMIT?
Und schließlich: Was brauchen wir, damit diese Zukunft überhaupt möglich wird? Welche Fähigkeiten, welches Wissen, welche Technologien, Strukturen, Partnerschaften oder anderen Ressourcen müssen neu zusammenspielen?

Denn Unternehmen sind nicht einfach nur Produkte, Prozesse oder Geschäftsmodelle. Sie bestehen aus einem Bündel unterschiedlicher Ressourcen: materiellen Ressourcen wie Kapital oder Technologien, immateriellen Ressourcen wie Marke, Daten oder Reputation, menschlichen Ressourcen wie Wissen und Kreativität, organisationalen Ressourcen wie Strukturen und Zusammenarbeit sowie Beziehungen zu Kunden, Partnern oder Lieferanten.

Der Gedanke dahinter ist für mich ziemlich einfach:

Transformation heißt, das Ressourcenbündel zu verändern, damit daraus ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell entsteht.

Und am Ende bleiben drei Fragen, die erstaunlich viel Klarheit schaffen können: Verstehen wir eigentlich, warum Transformation notwendig ist? Ist unser Ziel attraktiv und klar genug? Und sind wir mit unseren Fähigkeiten und Ressourcen bereit, diesen Weg zu gehen?

Was ich aus dem Format mitnehme

Was mir bei allen drei Konferenzen wieder aufgefallen ist: Transformation wird schnell sehr groß und kompliziert. 3,2,1 hilft dabei, sie wieder greifbar zu machen. Indem wir die richtigen Fragen in die richtige Reihenfolge bringen:

Warum müssen wir uns verändern?
Wohin wollen wir eigentlich?
Und womit können wir diese Zukunft möglich machen?

Gerade die zweite Frage kommt dabei aus meiner Sicht häufig zu kurz. Wir beschäftigen uns sehr ausführlich mit Problemen, Risiken und Veränderungsdruck. Aber eine Zukunft, die Menschen wirklich gestalten wollen, entsteht nicht allein aus dem Wunsch, Probleme zu vermeiden.

Vielleicht ist genau das für mich der wichtigste Gedanke aus 3,2,1 Transformation:

Wir brauchen nicht nur gute Gründe, das Alte zu verlassen. Wir brauchen auch eine attraktive Vorstellung davon, was stattdessen entstehen kann und die Fähigkeiten und Ressourcen, um diese Zukunft Wirklichkeit werden zu lassen.